Realistische Rennspiele versuchen vieles, um die Immersion eines echten Autorennens aufrecht zu erhalten: Nachgebaute Rennwagen, originale Rennstrecken, Boxenstopps und Zuschauer, die am Rande der Strecke zujubeln. Doch ein Problem haben Rennspiele immer: Die Steuerung. Zwar wurden die Gamepads ein immer besserer Ersatz und durch diverse Fahrhilfen kriegen auch unerfahrene Spieler einen guten Einstieg, doch um eine echte Rennspielerfahrung zu bekommen, geht nichts um ein Lenkrad.

Doch Lenkräder haben auch ein klassisches Problem: Der Anschaffungspreis. Oftmals schießen die Preise für qualitativ gute Lenkräder mit Pedalen oftmals über die 500 Euro und mehr – je nachdem, was die eigenen Ansprüche sind. Doch es gibt auch gute Kompromisse in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir möchten euch daher das Logitech G920 Driving Force vorstellen, welches mit knapp 250 Euro bei Amazon ein klasse Paket mitbringt.

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Der Umfang

Das Logitech G920 bietet in der Grundausstattung das Lenkrad mit Gehäuse, welches zwei Force Feedback-Motoren beinhaltet und die Pedalen mit Kupplungspedal. Die Anschlusskabel sind lang genug, um problemlos längere Strecken vom PC zum favorisierten Ort des Steuerns zu überbrücken. Am Lenkrad selbst sind zwei Halteklammern aus Kunststoff, die über Drehknöpfe an der Tischkante festgedreht werden können. Das Besondere daran: Diese Drehknöpfe können auch in das Gehäuse gedrückt werden, um die Knöpfe verschwinden zu lassen, welches optisch dann schöner aussieht. Einziges Manko: Die beliebte Schaltanzeige und das rote Stellrad vom Vorgänger G29 ist ohne nachvollziehbaren Grund nicht mehr vorhanden. Schade.

Quelle: Logitech

Die Verarbeitung

Das Lenkrad des Logitech G920 macht eine gute Figur. Echtleder am Lenkrad, Edelstahl an Schaltwippen und am Lenkkreuz und eine leise Schrägverzahnung, welches die Lautstärke beim Lenken deutlich verringert. Diese Variante bietet zudem auch einen Lenkbereich von 900°, also 1 + 1/4 Umdrehungen. Die Knöpfe auf dem Lenkrad wirken keinesfalls billig dranmontiert, sondern haben ein schönes Feedback beim Drücken.

Der Aufbau des Lenkrades hält sich das Design schlicht, aber funktional. Bedeutet: Klassische Xbox-Aktionstastenbelegung, Steuerkreuz und große Schaltwippen. Einzig die Schultertasten wirken etwas fehlplatziert, aber nicht dramatisch. Auch die Xbox-Taste ist für Funktionen für die Xbox One ist vorhanden. Über der Xbox-Taste befindet sich zudem eine kleine, weiße LED, welche den Status des Lenkrads signalisiert.

Die Pedalen sind ein kleines Highlight dieses Pakets. Denn auch hier ist die Verarbeitung sehr gut. Durch die große Fußablage hat man genug Platz, um den Fuß bequem abzustützen. Die Pedalen selbst sind ebenfalls aus Edelstahl und haben ein tolles Feedback beim Betätigen. Auch wenn sich beim Bremsen ein wenig gewöhnungsbedürftig ist, denn durch das kleine Polster in der Bremse muss man ein wenig fester auf das Pedal treten. Doch nach ein wenig Eingewöhnungszeit fühlt sich toll an, wenn der richtige Bremspunkt vor der Kurve gefunden wurde.

Auch an Hobby-Rennfahrer auf Teppich wurde gedacht: Unter den Pedalen sind ausklappbare “Spikes“, die sich wirklich gut in den Teppich festkrallen, damit es nicht beim Gas geben über den Boden rutscht. Für glatte Untergründe sorgen die Gummiflächen ebenfalls für guten Halt.

Quelle: Logitech

Das Handling

Wir haben das Logitech G920 mit Assetto Corsa, Project Cars 2, Wreckfest, The Crew 2 und Euro Truck Simulator 2 getestet. Bei allen Spielen funktionierte die Erkennung des Lenkrads tadellos, auch zur eigenen Vorliebe bei Force Feedback-Stärke oder Empfindlichkeit der Pedalen war das Einstellen ohne Probleme. Wir testeten unter anderem ein 3-Stunden Langstreckenrennen bei Project Cars 2 bei etwa 80 Prozent Force Feedback-Stärke. Zur keiner Zeit hatte man das Gefühl, das Lenkrad wird heiß oder schwerfällig, auch bei Innentemperaturen bei etwa 28 Grad wurde das Gehäuse nur leicht warm.

Das Force Feedback fühlt sich nachvollziehbar an, wobei es von Spiel zu Spiel natürlich auch Unterschiede geben kann. Die Griffigkeit des Echtleders ist auch bei leicht feuchten Händen sehr gut, sodass man stehts die Kontrolle über das Lenkrad hat. Dabei nutzt es aber auch nach ca. 30 Stunden Nutzung noch nicht ab.

Der Schaltvorgang mit den Schaltwippen ist anfangs ein wenig ungewohnt, da der Berührungspunkt der Schaltwippen ein wenig zu groß ist. Das mag manche Rennfahrer stören, doch auch das sollte nach ein wenig Eingewöhnungszeit kein Thema mehr sein. Angenehm hingegen ist der freie Platz zwischen Lenkrad und Lenkkreuz, welches man besonders beim Schalten merkt. Man hatte viel Platz, um etwa den Daumen beim Schalten entspannt abzulegen.

Ebenfalls sind die Pedalen bis auf die besagte Eingewöhnungszeit des Bremspedals schön verarbeitet und hat nachvollziehbare Druckpunkte. Das bedeutet, das der Bereich zwischen 0%-100% gut auf das Pedal verteilt ist und das nicht etwa bei 3/4-Gas nicht schon Vollgas gegeben wird. Das gilt für alle drei Pedalen. In der ganzen Testzeit klemmte auch nicht einmal ein Pedal.

Überblick der Rezensionen
Insgesamt Fazit
87 %
Ich bin leidenschaftlicher Gamer, Fußballfan (nur der FCSP!) und Strippenzieher, wortwörtlich..