Der neue Teil der Formel 1-Rennserie F1 2019 steht in den Startlöchern und will seine Pferdestärken loslassen. Und das schon früher als erwartet. War es doch in den letzten Jahren noch so, dass die Serie immer gegen Ende August in den Ladenregalen zur Verfügung stand, ziehen Codemasters den Release dieses Jahr zur Freude der Fans einen Monat voraus. Ob F1 2019 ein souveränes Überholmanöver oder nur eine Kollision mit der Wand wird, sagen wir euch hier!

Quelle: igdb

In den letzten Wochen vor Release von F1 2019 spielte ich immer nur ein Spiel: F1 2018. Der Grund ist einfach: Ich bin ein riesiger Fan des ganzen Renn-Zirkus Formel 1. Schon als kleiner Bub fazinierten mich die Rennboliden und Michael Schumacher war einer meiner großen Kindheitshelden. Zudem oder vielleicht auch deshalb spiele ich auch gerne Rennspiele. Beweisstück (1) und (2). Zudem wollte ich den direkten Vergleich von F1 2018 und F1 2019 vor Augen haben.

Zugegeben, das klingt sehr voreingenommen, was diesen Test hier angeht. Auch schrie ich sofort in unserer internen Gruppe: „Ich möchte die Review von F1 2019 machen!“ Doch auch, weil ich auch immer ein großer Kritiker der Serie war. Manche Teile waren besser, wie etwa F1 2018, manche eher weniger. *Hust* F1 2011 *Hust*

„Its lights out and away we go!“ – David Croft

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Fangen wir mit den Neuerungen von F1 2019 an. Oftmals machte es die F1-Serie den Kollegen von FIFA gleich, ohne dabei FIFA zu kritisieren. Wenig Neuerungen, nur viele kleine Optimierungen und das Update auf die neue Saison. Nicht so in diesem Jahr.

Dieses Jahr gibt es ein riesiges Paket an Neuerungen. Die großte davon ist die neue Rennserie, die Formel 2. In dieser Serie treten, wie auch beim großen Bruder Formel 1, 20 Fahrer an. Meistens sind es hier junge Nachwuchsfahrer, die auf den großen Sprung in die Formel 1 hoffen. Wie etwa der Sohn von Michael Schumacher Mick. Anders als in der Formel 1 gibt es an einem Wochenende zwei Rennen. Ein Haupt- und ein Sprintrennen. Diese unterscheiden sich von der Länge des Rennens. Denn in der Formel 2 fahren die Fahrer keine Rundenzahlen ab, sondern fahren im Hauptrennen 60 Minuten bzw. 170 Kilometer und im Sprintrennen 45 Minuten bzw. 120 Kilometer.

Die Formel 2 Implementierung ist sehr gut gelungen. Sie bietet den gleichen Umfang, wie das reale Vorbild und das macht die Formel 2 trotz der deutlich schwächeren Leistung gegenüber der Formel 1-Boliden so spielenswert. Auch, weil die Leistung der Fahrzeuge in der Formel 2 annäherend gleich ist und nicht mit so einem großen Unterschied wie beim großen Bruder. Da ist das fahrerische Können deutlich mehr gefordert. Auch der komplette Streckenumfang ist in der Formel 2 vorhanden. Schade nur, dass nur die Saison 2018 spielbar ist und nicht die aktuelle Saison. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Also, warum also nicht mal eine Runde in Monaco mit einem Formel 2-Wagen drehen? Die gewohnten Bremspunkte aus der Formel 1 sind bei der Formel 2 nicht mehr zu gebrauchen. Eindeutig die beste Neuerung in F1 2019.

„First, you have to finish!“ – Michael Schumacher

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Die nächste Neuerung ist der überarbeitete Karrieremodus. Der Karrieremodus ist nun ähnlich aufgebaut wie der „Journey“-Modus aus der FIFA-Serie. Wir erleben eine richtige Geschichte in der Welt der Rennwagen. In der Geschichte dreht es sich um euch, euren Kumpel Lukas Weber und euren Rivalen Devon Butler. Ihr erlebt den Rennzirkus aus eurer Perspektive, gebt auf der Piste ordentlich Gas, haut euren Konkurrenten Sprüche an den Kopf und zeigt euch der Presse, um den Aufstieg in die Formel 1 zu schaffen. Dies wurde mithilfe von Motion Capture-Animationen als Zwischensequenzen verbaut. Die Interviews aus F1 2018 sind wieder vorhanden und wurden um neue Fragen und Möglichkeiten ausgebaut.

Allerdings fällt die Karriere ziemlich enttäuschend aus. In lediglich drei Events ist man in der Formel 2-Saison unterwegs und je besser man sich in diesen drei Events schlägt, desto mehr Interesse haben am Ende der Saison die potenziellen neue Teams aus der Formel 1. Sobald man dann in die Formel 1-Saison startet, fährt die Geschichte um die eigene Karriere stark zurück und man absolviert eine normale Formel 1-Saison mit gelegentlichen Gesprächen mit seinen Fahrer-Kollegen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Formel 1-Saison schlecht sei, sie macht sehr viel Spaß. Doch es ist im Prinzip genau das selbe aus dem direkten Vorgänger F1 2018, mit ein paar mehr Gesprächen. Wir hätten uns eine komplette Formel 2-Saison gewünscht. Insgesamt also eine verpasste Chance, den Karrieremodus auf eine neue Stufe zu heben. Schade.

„In racing there are always things you can learn, every single day. There is always space for improvement, and I think that applies to everything in life.“ – Lewis Hamilton

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Ansonsten kommen in F1 2019 kleine neue Neuerungen hinzu, die im Vergleich zu den direkten Vorgängern auffallen. Das auffälligste Feature: Die Grafiken im Stil der Fernsehübertragungen bei der echten Formel 1. Bei den Vorgängern wurden noch von Codemasters selbst Grafiken erstellt, welche zwar schön anzusehen waren, aber nicht der echten Formel-Serie entsprachen. Mit F1 2019 sind die Original F1-Fonts mit den Grafiken wie etwa für die Positionsanzeigen vorhanden. Dies war lange ein Wunsch aus der Community, welcher endlich erfüllt wurde.

Außerdem gibt es jetzt einen eigens gebauten Rennwagen mit individuellen Lackierungen, der zusammen mit den bekannten F1-Ingeneuren Ross Brawn und Pat Symonds entwickelt wurde. Allerdings ist dieser Wagen mit den extra Lackierungen nur im Multiplayer verfügbar, denn die FIA ist ziemlich streng, was die Individualisierung der Formel-Serie angeht. Der Wagen ist im Multiplayer dann als 11. Team verfügbar. Auch sich selbst kann man ein wenig mehr gestalten als zuvor. Wo man bei F1 2018 noch den Helm stark individualisieren konnte, kann man nun auch andere Rennanzüge anziehen. Aber auch dies gilt, bis auf den Helm, nur für den Multiplayer-Modus.

Ebenfalls wieder dabei sind die klassischen Fahrzeuge aus vergangenen Formel 1-Saisons, wie etwa den Weltmeisterwagen von Fernando Alonso, der Renault R26 von 2006, Sebastian Vettels Red Bull RB6 von 2010 oder auch richtige Klassiker von Ferrari, Williams oder McLaren, zum Beispiel aus dem Jahre 1979. Alle 20 Autos (22 mit DLCs) sind authentisch nachmodelliert worden und sogar mit der damaligen Werbung versehen. Sie bieten eine schöne Abwechslung und es macht auch Spaß mit den Ikonen von damals über die heutigen Rennstrecken zu rasen. Auch das Fahrverhalten ist bei jedem Wagen spürbar anders und eine Herausforderung. Aber auch wie im letzten Jahr sind Rennen nur gegen das gleiche Modell möglich, Rennen mit Konkurrents-Wagen aus der gleichen Saison sind nicht leider nicht drin. Wie cool wäre es eine Saison aus 2006 zu fahren, mit allen Regeln von damals. Trotzdem sind die klassischen Autos eine schöne Ergänzung zur eigentlichen Saison.

Was jeden Formel 1-Fan gefallen wird, ist der Showroom. Dort findet man detallierte Infos zu jedem verfügbaren Wagen in F1 2019. Infos zum Wagen, der Fahrer und interessante Fakten kann man hier durchlesen. Dazu hat man die Möglichkeit, sich den Wagen mal ganz detalliert anzuschauen. Ein ganz tolles Feature für wissbegierige Rennsport-Fans.

„I am an artist, the track is my canvas and the car is my brush.“ – Graham Hill

Die Grafik von F1 2019 ist im Vergleich zum direkten Vorgänger nochmal um eine Stufe verbessert worden. Die Details der Fahrzeuge sind nochmal ein bisschen besser, gerade die Reifen haben einen Sprung gemacht. Man kann nun viel deutlicher den Zustand der Reifen erkennen, was auch ein spielerisches Detail ins Spiel bringt. Doch den wohl größten Sprung hat die Beleuchtung gemacht. Die Spiegelungen auf dem Fahrzeug und der dadurch entstehende Detailgrad durch die Beleuchtung macht die Rennsemmeln plastischer. Doch auch die Strecken kriegen dadurch mehr Aufmerksamkeit. Gerade die Nachtrennen, wie Singapur oder Bahrain, strahlen durch die Streckenbeleuchtung im neuen Glanz und sind jetzt ein grafisches Highlight.

Die 21 Rennstrecken selbst sind nicht großartig verbessert worden. Immernoch sind am Straßenrand immer wieder kleine Details zu finden, wie sie auch im echten Vorbild zu finden sind. Doch im Vergleich zum Vorgänger ist nichts nennenswertes verändert worden. Spielerisch wurden die Strecken auf die aktuelle Saison angepasst, wie etwa die neue Boxeneinfahrt in Frankreich.

Auch in F1 2019 sind alle Fahrer der Formel 1 und Formel 2 nachmodelliert worden. Allerdings wirken diese mehr wie Actionfiguren ohne große Gesichtsanimationen, zu erkennen sind sie aber allemal. Wir hätten uns ein paar mehr Animationen bei etwa der Siegerehrung gewünscht. Zum Beispiel den „Walk Like an Egyptian“ von Sebastian Vettel oder den berühmten „Shoey“ von Daniel Ricciardo. Ist aber nicht weiter schlimm, der Fokus liegt nämlich beim eigentlichen Gameplay und da macht F1 2019 alles richtig.

Überblick der Rezensionen
Gesamtfazit
88 %
Ich bin leidenschaftlicher Gamer, Fußballfan (nur der FCSP!) und Strippenzieher, wortwörtlich..