Dienstag, Dezember 6, 2022

No Place For Bravery Review – Das solide Top Down Action RPG

No Place for Bravery ist in erster Linie ein Spiel über Vaterschaft, denn ihr schlüpfst in die Rolle von Thorn und müsst mit ansehen wie eure Tochter, vor euren Augen, von einem mächtigen Hexenmeister entführt wird. Kurz darauf stößt er auf Phid, einen verlassenen Jungen, und adoptiert diesen. Was folgt ist eine emotionale Geschichte, über einen Vater der seine Tochter Leaf über viele Jahre hinweg sucht.

Die Geschichte spielt in einer sterbenden Welt, die scheinbar dazu bestimmt ist, von einem riesigen Koloss ausgelöscht zu werden. Mit seinem Adoptivsohn, der an seinen Rücken gebunden ist, da er nicht laufen kann, unternimmt er eine letzte Expedition.

Während das Hauptziel klar ist, ist es etwas mühsam mehr von der Welt von No Place for Bravery zu erfahren. Neben den Dialogen findet man überall in der Welt verstreute Einträge zur Geschichte, dennoch sind die Gespräche mit den NPCs oft schwer zu verstehen und es ist schwer zu sagen, welche Punkte wichtig sind und welche nicht. Als Beispiel, weiß ich immer noch nicht genau, was die Hauptunterschiede zwischen dem Neuen und dem Alten Orden sind. Dennoch ist die Geschichte umfangreich, wenn man sich darauf einlässt!

No Place for Bravery Jungle
Bildquelle: Ysbryd Games

Thorn ist ein schwerfälliges Exemplar von Sekiro

No Place of Bravery bezeichnet sich selbst gerne als Sekiro 2D und enthält deshalb auch eine Ausdauerleiste für dich und deine Feinde. Wenn ihr die Angriffe von euren Gegner abwehrt, verlieren diese natürlich Ausdauer und können dann auch nicht mehr eure Angriffe blocken. Dies gilt aber für euch genauso, sodass ihr immer eure und von eurem Gegner die Ausdauerleiste im Auge behalten solltet.

Trotz der mechanischen Ähnlichkeiten würde ich nicht sagen, dass sich der Kampf genauso anfühlt wie bei Sekiro. Während Sekiro flink ist und sehr schnell zuschlägt, ist Thorn ein schwerfälliges Exemplar. Jeder Schlag trifft mit einem unangenehmen Knirschen auf. Insgesamt passt es zu ihn, immerhin ist er unerschütterlich, stur, kühn und brutal. Dazu besitzen die Feinde sehr wenige Angriffsmuster, die leicht zu timen sind. Die Herausforderung besteht darin, dass Thorn oft mit einem Ansturm von Angriffen konfrontiert wird, sei es von einer überwältigenden Anzahl von Gegnern oder von grausamen Bossen mit überlegener Offensive und Beweglichkeit.

No Place for Bravery Death Head
Bildquelle: Ysbryd Games

Die Fähigkeiten mache es aus

Eure Hauptausrüstung ist das Schwert und das Schild, aber auch Hammer und Armbrust. Der Hammer unterstreicht die schwerfällige Natur von Thorn. Mit diesem kann man Schilder der Gegner durchbrechen und richtig massiven Schaden verteilen. Die Armbrust ist nützlich um mit den Fernkämpfer fertig zu werden. Da No Place for Bravery in die Fußstapfen von Sekiro tritt, werden euch natürlich die Fernkämpfer an schwer zugänglichen Stellen platziert, damit sie auf euch schießen können, während die Nahkämpfer euch festhalten.

In No Place For Bravery sammelt ihr keine Erfahrungspunkte, wie bei vielen seiner engsten Vorbilder, um euren Charakter zu stärken. Dafür gibt es die Fertigkeiten. Diese geben euch ein Gefühl von Fortschritt. Dazu gibt es auch noch Verbrauchsgegenstände, wie zum Beispiel explodierende Flaschen und Wurfmesser, sowie Stärkungs- und Heilungsgegenstände.

Ein weiterer Unterschied zwischen No Place for Bravery und seinen Vorbildern ist, dass Heilung nicht knapp ist. Das nimmt auch leider etwas die Spannung bei Bosskämpfen raus, dennoch würde ich sagen, dass der Kampf in No Place for Bravery insgesamt eine solide Mechanik hat und durchweg Spaß macht.

No Place for Bravery Arrow
Bildquelle: Ysbryd Games

Auch Pixelspiele können Brutal sein

Ein wichtiger Punkt im Kampf ist der Execute. Das bedeutet, dass man die Gegner auf eine brutale Art und Weise töten kann. Manchmal fallen die Feinde nicht einfach auseinander und verschwinden, wenn sie getötet werden. Stattdessen sacken die Feinde in sich zusammen und das gibt Thron die Möglichkeit einen Execute durchzuführen. Allgemein wird mit Pixel Blut nicht gespart.

Controller Spieler werden gequält…

Es gibt im Menü wenig Anpassungsmöglichkeiten und da kommen wir zu einem schrecklichen Punkt, für mich. Wieso gibt es keine Möglichkeit die Rumble Funktion, vom Controller, auszuschalten? Das Rumpeln wird immer dann ausgelöst, wenn man einen Gegner trifft oder dieser einen trifft (selbst wenn er geblockt wird), was in No Place for Bravery ständig der Fall ist. Somit vibriert der Controller fast ohne Pause und davon bin ich überhaupt kein Fan. Vielleicht wird es später noch mit einem Update kommen, aber zu der Testphase gab es die leider nicht.

Du entscheidest wie schwer es sein soll

No Place for Bravery kann sehr schwer sein, aber auch wieder recht leicht. Ihr entscheidet wie ihr das Spiel genießen wollt, denn es gibt eine flexible Schwierigkeitsoption und diese könnt ihr jeder Zeit ändern. Ansonsten ist No Place for Bravery, auf dem normalen Schwierigkeitsgrad, schon anspruchsvoll.

No Place for Bravery Blood
Bildquelle: Ysbryd Games

Unser Fazit zu No Place For Bravery

No Place for Bravery ist ein solides Top-Down-Action-RPG in einem sehr schönen Pixel Art Stil. Die Spielwelt ist in meinen Augen sehr abwechslungsreich, mit hellen Orte und düsteren Orten, gestaltet. Somit wurde es auch nicht langweilig.

Die Animationen sind gelungen und die Atmosphäre verströmt, dank dem melancholisch orchestralen Soundtrack, einen Wikinger Charme. 

Der Schwierigkeitsgrad steigt im Laufe des Spiels stetig an und die Entscheidungen, die du auf deinem Weg triffst, haben Auswirkungen auf den Verlauf anderer Interaktionen. Was mir persönlich sehr gefiel.

Für die Main Story benötigt ihr ca. 8 Stunden und wenn ihr alles erleben wollt, benötigt ihr ca. 9 Stunden. Diese Spielzeit ist total in Ordnung und bietet mehr Spielzeit, als einige Vollpreisspiele.

Insgesamt bekam ich ein wunderschönes Spiel mit einer düsteren Erzählung geboten. Dennoch konnte mich das Spiel nicht richtig in den Bann ziehen, weil so viele der Charaktere flach und leblos waren. Dazu erfährt man einfach zu wenig, was genau mit der Welt zuvor passiert ist.

Pro:Kontra:
👍 Wunderschöner Pixel Stil👎 Leblose NPCs
👍 Vernünftige Spielzeit, für den Preis👎 Dialoge kann man nicht überspringen
👍 Abwechslungsreiche Orte👎 Switch Version besitzt Frame-Drops und lange Ladezeiten
👍 Flexible Schwierigkeitsoptionen👎 Keine ausschaltbare Rumble Funktion
👍 Fantastischer Soundtrack👎 wenige Anpassungsmöglichkeiten im Menü

No Place for Bravery erschien am 22. September auf Steam und Nintendo Switch und kostet 19,99 Euro.

Wir durften die Steam Version von No Place for Bravery für euch testen. Diese Version wurde uns von Ysbryd Games zugeschickt!

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